|
Madagaskar | -Projekt |
![]()
Diese Seite dient dazu, mein Anliegen bekannt zu machen, Kontakte zu knüpfen und Mitwirkende für meine Vorhaben in Madagaskar zu finden. Ich heiße Thomas Schleßmann und stamme aus Friedberg/Hessen. 1990 war ich mit dem Fahrrad 3 Monate in Madagaskar unterwegs und habe das Land kennen und lieben gelernt. Seitdem hatte sich der Gedanke, nach Madagaskar zu gehen und
dort ein eigenes Hilfsprojekt zu starten, in immer größeren
Dimensionen in meinem Kopf festgesetzt. Im Februar 2000 wurde
dann endlich wahr, was so lange ersehnt war: Mein Abflug nach
Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars. Noch 2000 habe ich eine Madagassin geheiratet und eine Familie
gegründet. Meine Projekt-Pläne habe ich daher schleifen
lassen. Alles zu seiner Zeit eben.
Seit langer Zeit schon bin ich Vegetarier und kann dabei eigentlich allen Argumenten, die für den Vegetarismus sprechen, etwas abgewinnen. Der Einsatz von Chemie kostet unnötig Geld, macht abhängig und vergiftet die Umwelt - und damit auch die Menschen. Daher kommt bei mir nur biologischer Anbau in Frage! Und falls es einmal zum Export von erzeugten Produkten kommt, dann bekommt man für Bio-Produkte wohl eine bessere Bezahlung. Es liest sich natürlich sehr viel einfacher, als die Umsetzung
der geplanten Projekte im Sinne von Entwicklungshilfe dann in
der Realität sein wird - aber einfach ausgedrückt, soll
den Menschen in Madagaskar vor Ort in nachvollziehbarer Weise
nahegebracht werden, die Natur zu nutzen und nicht gegen sie zu
handeln. Das kann das Pflanzen von Obstbäumen oder von schnellwachsenden
Bäumen zur Feuerholzgewinnung, zur Möbelherstellung
oder für Bauzwecke sein. In Madagaskar werden viele Obstsorten
noch nicht kultiviert, zumindest sind sie auf den lokalen Märkten
nicht vorhanden. Das fängt schon bei der Kiwi an, die hin
und wieder in kleinen Mengen in der französischen Supermarktkette
Jumbo als Importware angeboten wird. Auch die südafrikanische
Supermarktkette Shoprite hatte im April 2006 Kiwis aus Südafrika
im Angebot - zu umgerechnet 0,82 Euro pro Stück! Wenn man
im Internet recherchiert, dann kann man viele interessante Früchte
finden, die für den lokalen Markt oder teilweise auch für
den Export produziert werden könnten. Bei den allgemein bekannten
Fruchtbäumen denke ich beispielsweise an Äpfel, Apfelsinen,
Avocados, Datteln, Guaven, Kirschen, Litschis, Mangos, Nektarinen,
Oliven, Pflaumen, Walnüsse, Wollmispeln, Zitronen und noch
viele mehr, wobei manche dieser Sorten in Madagaskar überhaupt
noch nicht kultiviert zu werden scheinen. Es wird sich dann erst
zeigen müssen, welche Arten leicht kultivierbar sind.
Noch interessanter könnte Euterpe oleracea sein, die Kohlpalme, die im Herkunftsland Brasilien Açaí genannt wird. Auch hier geht es hauptsächlich um den sehr gesunden Saft der Früchte. Der Geschmack soll sogar gut sein und der Gehalt an antioxidativen Substanzen soll noch höher sein, als beim Noni-Saft. In Brasilien entwickelt sich auf Basis dieser Früchte derzeit eine Industrie mit starkem Wachstum, das amerikanische MLM-Firmen mit ihrem gerade erst beginnenden Absatz noch beschleunigen dürften. Die Palme soll schon nach etwa 3 Jahren und bei einem Meter Höhe Früchte tragen. Aloe vera ist eine Pflanze, die in Madagaskar noch nicht den Platz einnimmt, den sie einnehmen könnte. In Tana kann man auf der Straße an bestimmten Plätzen der Stadt zwar immer frische Blätter einer Aloenart (möglicherweise Aloe macroclada) kaufen, aber die Kenntnisse um ihre Wirkungen als Heilpflanze scheinen nicht so weit verbreitet zu sein. Einen weiteren Versuch hätte das Pflanzen der Grapefruit wert sein können, da der Grapefruitkernextrakt eine Substanz ist, die als Medikament zum Beispiel so manches Antibiotikum ersetzen kann. Allerdings wird man in Zukunft vielleicht darauf und auf Antibiotika verzichten können, da man jetzt wieder das Kolloidale Silber entdeckt hat, welches schon vor der Erfindung des Penicillins benutzt wurde und bei dem es niemals Resistenzen geben soll. Dazu wird derzeit in gewissen Foren noch sehr kontrovers diskutiert. Für das Hochland mit seinen kahlen Flächen, die fast jedes Jahr erneut in Flammen aufgehen, bietet sich vielleicht der Ölbaum an. Der Baum hat eine gewisse Widerstandskraft gegen Feuer und das Olivenöl ist ein exzellentes, hochpreisiges Speiseöl. Macadamia-Bäume, die als Frucht die Macadamia-Nuß erzeugen, sollten auf jeden Fall gut in Madagaskar wachsen. Das Öl der Nüsse gehört zu den besten Pflanzenölen überhaupt und der am Markt erzielbare Preis ist entsprechend hoch. Moringa oleifera ist ein aus Indien stammender Baum, der auch vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten kann - zur Ernährung, aber auch, um verschmutztes Wasser zu reinigen. Diese Art gibt es schon in Madagaskar. Stevia rebaudiana, das einen Süßstoff produziert, der im Gegensatz zum Zucker sogar vor Karies schützen soll und gewisse Heilwirkungen haben soll, sollte in Madagaskar eigentlich auch angepflanzt werden - wenn man die vielen Zahnlücken betrachtet schon ganz und gar. Grundsätzlich stellt sich bei Pflanzen, die noch nicht in Madagaskar kultiviert werden, das Problem, daß die Samen oder Pflanzen erst eingeführt werden müssen, was dann schon einen bedeutenden Kostenfaktor darstellt, wenn man größere Flächen bepflanzen will. Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand Samen oder Früchte exotischer Herkunft bei seiner Madagaskarreise mitbringen würde. Eine absolut interessante Sache wäre die In-Vitro-Vermehrung, da man mit einem einzigen kleinen Samen oder auch nur einem Pflanzenteil eine große Menge Klone schaffen kann. Im März 2006 bin ich bei Recherchen auf Heilpilze gestoßen. Mindestens die Kultivierung des Shiitake-Pilzes ( Lentinula edodes oder Tricholomopsis edodes ) ist also angesagt. Der Shiitakepilz gehört zu den wegen des Geschmacks sehr beliebten Speisepilzen und steht nach dem Champignon bei der globalen Erzeugung an zweiter Stelle. Nebenbei ist er ein Heilmittel, das zum Beispiel bei Krebs mit angeblich spektakulären Ergebnissen eingesetzt wird. Champignons sollten aber auch den Versuch des Anbaus lohnen, da bisher anscheinend noch kein Erzeuger für den breiten Markt in Madagaskar produziert. Die Weitergabe wichtiger Informationen über die Zusammenhänge zwischen Brandrodung und deren Folgen in Form von Erosion oder Klimaveränderung an die Madagassen sind Schritte, die um das Projektgebiet angestrebt werden müssen. Auch der Aufbau einer Sonnnenofen-Produktion könnte in den
entsprechenden Regionen angesichts der intensiven madagassischen
Sonnenstrahlung einen Beitrag leisten. Allein mit den Sonnenstrahlen
kann das Kochgut, in der Regel Reis, in einem solchen Solarkocher*
erhitzt werden, wodurch ein Teil der Holzkohle entbehrlich wird.
Hier besteht eine optimale und sinnvolle Ersatztätigkeit
für die vielen Köhler. Zwar werden von verschiedenen
Organisationen schon solche Parabolspiegel, wie sie bei dem obigen
Link zu sehen sind, angeboten, aber zu Preisen, die sich kaum
jemand leisten kann. Um wirklich etwas bewirken zu können,
muß eine "Solution Malagasy" gefunden werden, um billigste
Solarkocher herstellen zu können! Das schon deshalb, weil
der tägliche Sonnenschein mit Lieferung eines Solarkochers,
zumindest in den meisten Regionen der Insel, nicht garantiert
werden kann. Ein stark einschränkender Faktor für die Umsetzung
meiner Ideen ist das zur Verfügung stehende Kapital. Wer
daran interessiert ist, sich zu beteiligen, meldet sich. Zur politischen Lage in Madagaskar ist zu bemerken, daß
die Bevölkerung im Dezember 2001 einen neuen Präsidenten,
Marc Ravalomanana, gewählt hatte. Da das Verbrecherregime
des Didier Ratsiraka sich aber vehement gegen den Machtwechsel
mit Wahlfälschungen und fingiertem Verfassungsgerichtsurteil
wehrte, wurde von Ravalomanana ein Generalstreik initiiert, was
im Februar 2002 vorerst darin gipfelte, daß sich Ravalomanana,
zu der Zeit noch die große Hoffnung der Madagassen, als
Präsident proklamierte und Ratsiraka versuchte, das Land
mit Terroraktionen einzuschüchtern. Nachdem Ravalomanana
auch vom Verfassungsgericht offiziell zum Präsidenten erklärt
worden war, rief Ratsiraka, der in seine Heimatprovinz nach Tamatave
geflohen war, dort die Unabhängigkeit aus und hielt die Blockaden,
die die Hauptstadt und ganz Madagaskar strangulierten, solange
aufrecht, bis der Kampf gegen Ravalomananas Regierungstruppen
im Juli 2002 verloren war. Die internationale Gemeinschaft zeigte
in einer skandalösen Verschwörung ihre Unterstützung
für Ratsiraka und verweigerte lange die Anerkennung der demokratisch
gewählten Regierung. Die Anerkennung der wichtigsten Staaten
ist dann aber doch noch erfolgt, worauf quasi alle anderen, inklusive
der deutschen Bundesregierung, nachgezogen sind. Diese Seite ist, wie alles im Leben, einem permanenten Wandel unterworfen, es werden noch mehr Texte, Bilder und Links, nicht nur zu Madagaskar, hinzukommen. Es freut sich:
*Rechtlicher Hinweis zu den externen Links auf der Linkseite. |
![]() |